NACE-Code

NACE 93.1 – Erbringung von Dienstleistungen des Sports | Öffentliche Ausschreibungen

NACE 93.1: Sportstättenbau, Sportgeräte und Schwimmbäder in öffentlichen Ausschreibungen. CPV-Codes, Auftraggeber und Vergabeverfahren für Sportdienstleistungen.

Definition: NACE 93.1 umfasst die Erbringung von Dienstleistungen des Sports — darunter den Betrieb von Sportanlagen, professionelle Sportveranstaltungen und Dienstleistungen für Sportler. Die dazugehörige Infrastruktur (Sportstättenbau, Schwimmbäder, Sporthallen) wird fast ausschließlich von öffentlichen Auftraggebern finanziert und errichtet, was diesen Bereich zu einem der beschaffungsintensivsten im kommunalen Bereich macht.

Rechtsstand: NACE Rev. 2 (Verordnung (EG) Nr. 1893/2006) · Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026


Was umfasst NACE 93.1?

NACE 93.1 (Erbringung von Dienstleistungen des Sports) klassifiziert Unternehmen und Einrichtungen, die Sportdienstleistungen erbringen — von Fitness- und Sportanlagen über Profisportvereine bis zu Sportverbänden. Im öffentlichen Beschaffungswesen dominiert der Bau, die Sanierung und die Ausstattung öffentlicher Sportstätten.

Die Gruppe 93.1 innerhalb des Abschnitts R (Kunst, Unterhaltung und Erholung) umfasst:

KlasseBezeichnungTypische Leistungen
93.11Betrieb von SportanlagenSchwimmbäder, Sporthallen, Stadien, Sportplätze
93.12SportverbändeOrganisation von Sportwettkämpfen, Verbandsdienstleistungen
93.13Fitness-ZentrenFitnessstudios, Wellnessanlagen
93.19Sonstige SportdienstleistungenSportschulen, Sportveranstaltungsmanagement

Öffentliche Auftraggeber sind Gemeinden und Städte als Betreiber kommunaler Sport- und Schwimmbäder, Schulbehörden für Schulsportanlagen, Universitäten für Hochschulsportzentren sowie Sportstättenfördergesellschaften der Länder.


Öffentliche Ausschreibungen: Tätigkeitsbereich NACE 93.1

Sport- und Schwimmbadinfrastruktur gehört zu den volumenstärksten kommunalen Investitionsbereichen — Neubau, Sanierung und Ausstattung öffentlicher Sportanlagen erzeugen regelmäßig Ausschreibungen in erheblichem Umfang.

Typische Auftragsarten

  • Sportstättenbau und -sanierung: Neubau und Sanierung von Sporthallen, Mehrzweckhallen, Turnhallen für Schulen und Vereine
  • Schwimmbäder und Freibäder: Neubau, Sanierung und technische Ausstattung von Hallen- und Freibädern, Wasseraufbereitungsanlagen, Beckenauskleidungen
  • Sportplatzbau: Kunstrasenplätze, Tartanbahnen, Leichtathletikanlagen, Beachvolleyballfelder
  • Sportgeräte und -ausstattung: Turngeräte, Sportbodensysteme, Tribünenanlagen, Beleuchtungssysteme für Sportanlagen
  • Betriebsführung und Facility Management: Betrieb kommunaler Bäder und Sporthallen durch externe Dienstleister
  • Schwimmbadtechnik: Wasseraufbereitungssysteme, Filteranlagen, Chlorierungsanlagen, Energietechnik
  • Sportstättenplanung: Architekten- und Ingenieurleistungen für den Sportstättenbau

Schwellenwerte und Verfahrensarten

Bauaufträge für Sportstätten übersteigen aufgrund der Projektgrößen häufig den EU-Schwellenwert für Bauaufträge (5.538.000 EUR, Stand 2024/2025) und sind EU-weit auszuschreiben. Lieferaufträge für Sportgeräte und -ausstattung folgen den niedrigeren Schwellenwerten für Lieferleistungen.


Relevante CPV-Codes für NACE 93.1

Für die Suche nach Ausschreibungen im Sportstättenbau und Sportbereich sind folgende CPV-Codes entscheidend.

CPV-CodeBezeichnungAnwendungsbereich
45212200Bau von SportstättenSporthallen, Stadien, Sportanlagen allgemein
45212212Bau von SchwimmbädernHallenbäder, Freibäder, Warmbadetechnik
37000000Sportartikel und SportgeräteTurngeräte, Sportausstattung
37400000Sportartikel und -ausrüstungSportgeräte für Hallen und Außenanlagen
37440000FitnessgeräteFitnessausstattung für kommunale Sportzentren
92610000Dienstleistungen für SportanlagenBetrieb und Verwaltung von Sportanlagen

Aktuelle Ausschreibungen finden Sie auf TED (Tenders Electronic Daily) sowie auf nationalen Vergabeplattformen.


Für wen ist NACE 93.1 im Vergaberecht relevant?

Öffentliche Auftraggeber

Kommunen sind die wichtigsten Auftraggeber im Sportstättenbereich — sie sind gesetzlich zur Bereitstellung von Sportstätten verpflichtet und sanieren und bauen regelmäßig Hallen und Bäder. Schulbehörden und Schulträger beschaffen Schulsportausstattung und beauftragen die Sanierung von Schulsporthallen. In Deutschland fördern Investitionsprogramme (z.B. Sportstättenförderung der Länder, Goldener Plan) den Bau kommunaler Sportanlagen. In Österreich fördert der Österreichische Bundes-Sportplan Investitionen in die Sportinfrastruktur.

Unternehmen und Bieter

Relevante Anbieter sind Bauunternehmen mit Erfahrung im Hallenbau und Sportstättenbau, Spezialunternehmen für Schwimmbadtechnik und Wasseraufbereitung, Sportbodenleger, Hersteller von Turngeräten und Sportausstattung sowie Facility-Management-Unternehmen. Typische Eignungsnachweise:

  • Referenzen: Vergleichbare Sportstättenprojekte (Hallenbäder, Sporthallen) mit Angabe von Auftragswert und Baujahr
  • Zertifizierungen: DIN-Normkonformität für Sportböden (DIN 18032), TÜV-Nachweise für Sportgeräte
  • Fachkunde: Sachkundenachweis für Schwimmbadtechnik (DGUV), Bademeisterqualifikation bei Betriebsführungsaufträgen

Häufige Fragen zu NACE 93.1 und öffentlichen Ausschreibungen

Welche Normen gelten für öffentliche Sporthallen?
DIN 18032 (Sporthallen) regelt die Anforderungen an Sportböden, Prallwände und Ausstattung. Bei Schwimmbädern sind DIN 19643 (Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser) und die landesspezifischen Bädergesetze maßgeblich. Diese Normen fließen in die Leistungsbeschreibungen öffentlicher Ausschreibungen ein.

Können Sportvereine als Bieter auftreten?
Eingetragene Vereine können grundsätzlich an Vergaben teilnehmen, wenn sie die erforderlichen Eignungsnachweise erbringen können. Bei Betriebsführungsmodellen für kommunale Sportstätten sind Vereine häufig bevorzugte Partner — gemeinnützige Organisationen können dabei von vergaberechtlichen Erleichterungen profitieren.

Wie werden ÖPP-Modelle (Public Private Partnership) bei Sportstätten gehandhabt?
Bei größeren Sportstättenprojekten werden zunehmend ÖPP-Modelle eingesetzt, bei denen private Partner Bau und Betrieb übernehmen. Diese unterliegen dem Vergaberecht und werden in der Regel als Konzessionen oder als Vergaben mit Betriebsübertragung ausgestaltet.

Gibt es Förderprogramme für kommunale Sportstätten?
Ja, Bund, Länder und EU-Programme (z.B. EFRE-Fonds) fördern Investitionen in kommunale Sportstätten. Fördergelder ändern nichts an der Vergabepflicht, schreiben aber häufig eigene Vergabevorschriften vor (z.B. ANBest-K, AGSVO).


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Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026
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