NACE-Code

NACE 16.1 – Säge- und Hobelwerke | Öffentliche Ausschreibungen

NACE 16.1: Säge- und Hobelwerke (Schnittholz, Bauholz) in öffentlichen Ausschreibungen. CPV-Codes für öffentliche Bauprojekte im Überblick.

Definition: NACE 16.1 umfasst die Verarbeitung von Rohholz in Säge- und Hobelwerken zu Schnittholz, Profilholz, Bauholz, Hobelware und Holzspänen. Diese Gruppe bildet die Grundstufe der holzverarbeitenden Industrie und ist als Lieferant für öffentliche Bauprojekte und Holzbaumaßnahmen von Bedeutung.

Rechtsstand: NACE Rev. 2 (Verordnung (EG) Nr. 1893/2006) · Zuletzt aktualisiert: Januar 2026


Was umfasst NACE 16.1?

NACE 16.1 (Säge- und Hobelwerke) klassifiziert Unternehmen, die Stammholz zu verwendungsfähigem Schnittholz und Profilen verarbeiten — eine Schlüssellieferantenrolle für den öffentlichen Hochbau und Holzbausektor.

Die Gruppe 16.1 innerhalb des Abschnitts C (Verarbeitendes Gewerbe) und der Abteilung 16 (Herstellung von Holzwaren sowie Kork-, Flecht- und Korbwaren) umfasst eine Klasse:

KlasseBezeichnungTypische Erzeugnisse
16.10Säge- und HobelwerkeSchnittholz (Bretter, Balken, Latten), Hobelware, Profilholz, Holzspäne, Holzmehl, Hackschnitzel, imprägniertes Holz

Säge- und Hobelwerke beliefern den öffentlichen Sektor vor allem als Sublieferanten im Rahmen von Hochbau-, Tiefbau- und Holzbauausschreibungen. Direktbeschaffungen von Schnittholz durch öffentliche Auftraggeber sind vergleichsweise selten, kommen aber bei kommunalen Bauhöfen und Forstverwaltungen vor.


Öffentliche Ausschreibungen: Tätigkeitsbereich NACE 16.1

Schnittholz und Bauholz aus Sägewerken fließen über Zimmerer, Holzbauunternehmen und Baustoffhändler in öffentliche Bauprojekte ein — öffentliche Direktbeschaffungen erfolgen für Bauhöfe, Forstverwaltungen und kommunale Liegenschaften.

Typische Auftragsarten

  • Bauholz für öffentliche Hochbauprojekte: Dachstuhlholz, Konstruktionsvollholz (KVH) und Balkenschichtholz für Schulen, Kitas, Verwaltungsgebäude und Sportanlagen in Holzbauweise
  • Lärmschutzwände und Brückenholz: Holz für Lärmschutzwände entlang öffentlicher Straßen; Holzbrücken für Rad- und Fußwege
  • Holzpflöcke und Zaunpfähle: Beschaffung durch Straßenbauverwaltungen, Forstverwaltungen und Kommunen für Abgrenzungen
  • Hackschnitzel für Biomasse-Heizanlagen: Kommunale Heizwerke und öffentliche Gebäude mit Hackschnitzel-Heizung beschaffen Brennholz direkt bei Sägewerken
  • Direktbeschaffung für kommunale Bauhöfe: Bauholz für Instandhaltungsmaßnahmen, Eigenregie-Arbeiten und Kleinreparaturen an öffentlichem Eigentum
  • Forstwirtschaftliche Aufarbeitungsprodukte: Forstverwaltungen vermarkten Holz aus öffentlichen Wäldern — Ausschreibungen für Holzeinschlag und Erstverarbeitung

Schwellenwerte und Verfahrensarten

Direktbeschaffungen von Schnittholz liegen typischerweise unterhalb der EU-Schwellenwerte und werden national ausgeschrieben. Bei größeren Holzbauprojekten (z.B. Holzmodulbauweise für Schulen) werden Zimmer- und Holzbauarbeiten als Gewerk ausgeschrieben, wobei Schnittholz als Vorleistung des Bieters beschafft wird.


Relevante CPV-Codes für NACE 16.1

Schnittholz und Holzprodukte aus Sägewerken werden im CPV unter Holz und Holzwaren erfasst; Biomassebrennstoffe haben eigene Codes.

CPV-CodeBezeichnungAnwendungsbereich
03410000HolzRoh- und Schnittholz allgemein
03413000BrennholzScheitholz, Hackschnitzel für Heizanlagen
44110000StrukturbauteileKonstruktionsholz für Hochbau
44190000Baustoffe aus HolzSchnittholz, Bauholzprodukte
44231000HolzpfähleZaunpfähle, Pflöcke für Straßen- und Forstverwaltungen
03419000ForstholzerzeugnisseHolzprodukte aus Forstverwaltungsbetrieben

Aktuelle Ausschreibungen mit diesen CPV-Codes finden Sie auf TED (Tenders Electronic Daily) sowie auf nationalen Vergabeplattformen.


Für wen ist NACE 16.1 im Vergaberecht relevant?

Öffentliche Auftraggeber

Staatliche und kommunale Forstverwaltungen (Bundesforst, Staatsforsten der Länder, kommunale Forstbetriebe) sind wichtige Akteure an der Schnittstelle von NACE 16.1 und öffentlichem Auftragswesen — sowohl als Lieferanten (Holzverkauf) als auch als Beschaffer (Aufbereitungsleistungen). Straßenbauämter beschaffen Holz für Lärmschutzwände und Brückenbauten. Kommunale Bauhöfe kaufen Schnittholz für laufende Unterhaltungsarbeiten. Kommunale Heizwerke und öffentliche Gebäudeverwaltungen beschaffen Hackschnitzel. Hochbauämter sind bei Holzbauprojekten für Bildungs- und Verwaltungsgebäude relevant.

Unternehmen und Bieter

Säge- und Hobelwerke, die öffentliche Aufträge anstreben, sollten beachten:

  • Holzzertifizierungen: PEFC und FSC als häufig geforderte Nachweise nachhaltiger Waldbewirtschaftung; zunehmend in öffentlichen Ausschreibungen als Eignungs- oder Zuschlagskriterium gefordert
  • Maßhaltigkeitsnachweise: DIN EN 336 (Nadelschnittholz), DIN EN 1995 (Eurocode 5) für konstruktives Bauholz
  • Trocknungs- und Sortierklassen: Öffentliche Hochbauausschreibungen fordern oft technisch getrocknetes Schnittholz (KVH, BSH) definierter Festigkeitsklassen
  • Lieferfähigkeit und Mengenstabilität: Insbesondere bei Heizschnitzeln und Bauhoflieferungen sind Rahmenverträge mit abrufbaren Mengen üblich
  • Regionale Verankerung: Kurze Transportwege werden bei Nachhaltigkeitsbewertungen positiv berücksichtigt

NACE 16.1 im Kontext: Abschnitt C und Abteilung 16

NACE 16.1 ist die erste Gruppe der Holzwarenabteilung 16 und steht am Beginn der holzverarbeitenden Wertschöpfungskette — sie versorgt alle nachgelagerten Holzverarbeitungsstufen mit Vorprodukten.


Häufige Fragen zu NACE 16.1 und öffentlichen Ausschreibungen

Werden Sägewerkserzeugnisse direkt von öffentlichen Stellen beschafft?
Direkte Schnittholzbeschaffungen durch öffentliche Auftraggeber sind möglich, aber nicht der häufigste Fall. Meist fließt Schnittholz über Bauunternehmen und Zimmereibetriebe in öffentliche Projekte. Direkte Beschaffungen erfolgen bei kommunalen Bauhöfen, Forstverwaltungen und kommunalen Heizwerken.

Welche Holzzertifikate werden bei öffentlichen Ausschreibungen gefordert?
FSC (Forest Stewardship Council) und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) sind die in Deutschland und Österreich verbreitetsten Zertifizierungssysteme. Das Bundesministerium für Umwelt empfiehlt in seinen GPP-Kriterien, FSC oder PEFC als Nachweismittel für nachhaltige Holzbeschaffung zu akzeptieren.

Wie unterscheidet sich die Beschaffung von Hackschnitzeln von der von Bauholz?
Hackschnitzel werden als Energieträger im Rahmen von Energielieferverträgen oder Wärmelieferverträgen beschafft — oft als Dienstleistungsauftrag (Wärmecontracting), nicht als reiner Lieferauftrag. Bauholz ist ein klassischer Lieferauftrag mit technischen Spezifikationen nach Bauplanung.

Gibt es EU-weite Ausschreibungen für Schnittholz?
Selten, da die Volumina einzelner öffentlicher Auftraggeber meist unterhalb der EU-Schwellenwerte liegen. Bei größeren Rahmenverträgen für Bundesbehörden oder bei Forstverwaltungen, die überregional agieren, können EU-weite Ausschreibungen anfallen.


Zuletzt aktualisiert: Januar 2026
Alle Angaben ohne Gewähr. Für rechtlich verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an eine auf Vergaberecht spezialisierte Kanzlei.

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