NACE-Code

NACE 15.2 – Herstellung von Schuhwaren | Öffentliche Ausschreibungen

NACE 15.2: Schuhwarenherstellung in öffentlichen Ausschreibungen. CPV-Codes für Sicherheitsschuhe und Dienstschuhe bei Polizei und Arbeitssicherheit.

Definition: NACE 15.2 umfasst die Herstellung von Schuhwaren aller Art aus beliebigen Materialien — von Lederschuhen über Gummistiefel bis zu technischen Sicherheitsschuhen. Diese Gruppe ist im öffentlichen Beschaffungswesen durch die Nachfrage nach Dienstschuhen für Sicherheitsbehörden und nach Sicherheitsschuhen für die Arbeitssicherheit in öffentlichen Betrieben vertreten.

Rechtsstand: NACE Rev. 2 (Verordnung (EG) Nr. 1893/2006) · Zuletzt aktualisiert: Januar 2026


Was umfasst NACE 15.2?

NACE 15.2 (Herstellung von Schuhwaren) klassifiziert Unternehmen, die Fußbekleidung produzieren — von der Massenware bis zum technischen Spezialschuh, der als Persönliche Schutzausrüstung (PSA) für öffentliche Beschäftigte beschafft wird.

Die Gruppe 15.2 innerhalb des Abschnitts C (Verarbeitendes Gewerbe) und der Abteilung 15 (Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen) umfasst eine Klasse:

KlasseBezeichnungTypische Erzeugnisse
15.20Herstellung von SchuhwarenLederschuhe, Gummistiefel, Kunststoffschuhe, Sportschuhe, Sicherheitsschuhe, Arbeitsschuhe, Dienstschuhe, Orthetikschuhe

Öffentliche Auftraggeber beschaffen Schuhwaren in drei zentralen Bereichen: Dienstschuhe für Uniformträger (Polizei, Bundeswehr, Feuerwehr, Zoll), Sicherheitsschuhe für Beschäftigte in öffentlichen Betrieben und Bauhöfen sowie orthopädische Schutzschuhe für Beschäftigte mit besonderen Anforderungen.


Öffentliche Ausschreibungen: Tätigkeitsbereich NACE 15.2

Schuhwaren zählen zu den regelmäßig ausgeschriebenen Bestandteilen der Dienstbekleidung — insbesondere Dienstschuhe für Polizei und Bundeswehr sowie Sicherheitsschuhe für öffentliche Betriebe werden in großen Mengen und über Rahmenverträge beschafft.

Typische Auftragsarten

  • Polizeidienstschuhe: Schnürstiefel, Halbschuhe und Sportschuhe für den Streifendienst und Innendienst; Ausschreibungen durch Landespolizeien und das Beschaffungsamt des BMI
  • Militärische Kampfstiefel: Einsatzstiefel nach Bundeswehr-Spezifikation (z.B. KSK-Stiefel), Winterstiefel, Pilotenschaftstiefel — Beschaffung durch BAAINBw
  • Feuerwehrschutzstiefel: Feuerschutzstiefel nach EN 15090, Rettungsdienstschuhe — kommunale Feuerwehren und Berufsfeuerwehren
  • Sicherheitsschuhe für öffentliche Betriebe: Schutzschuhe der Kategorien S1–S3 nach EN ISO 20345 für Bauhöfe, Stadtwerke, Reinigungspersonal, technische Dienste
  • Gummistiefel für Umwelt- und Bauwesen: Beschaffung durch Wasser- und Schifffahrtsbehörden, Tiefbauämter, Feuerwehren für Nassarbeiten
  • Orthetische und orthopädische Schuhe: Für Beschäftigte mit attestierten Fußerkrankungen; Beschaffung durch Behördenärzte und Fürsorgestellen

Schwellenwerte und Verfahrensarten

Dienstschuhrahmenverträge für größere Behörden (z.B. Landespolizei) können den EU-Schwellenwert für Lieferaufträge (221.000 EUR) überschreiten und werden dann auf TED veröffentlicht. Kleinere Beschaffungen (einzelne Behördeneinheiten, Bauhöfe) werden national oder lokal vergeben.


Relevante CPV-Codes für NACE 15.2

Schuhwaren werden im CPV-System nach Funktion und Anwendergruppe differenziert; Sicherheits- und Dienstschuhe haben eigenständige Codes.

CPV-CodeBezeichnungAnwendungsbereich
18800000SchuheÜbergeordneter CPV für alle Schuhwaren
18810000Schuhe (nicht als Schutzschuhe)Dienstschuhe für Polizei und Verwaltung
18830000SchutzschuheSicherheitsschuhe S1–S3 für öffentliche Betriebe
18815000StiefelKampfstiefel, Feuerwehrstiefel, Gummistiefel
35813000Militärische StiefelBundeswehr-Kampfstiefel
18832000SpezialschuheOrthopädische Schutzschuhe, Spezialanwendungen

Aktuelle Ausschreibungen mit diesen CPV-Codes finden Sie auf TED (Tenders Electronic Daily) sowie auf nationalen Vergabeplattformen.


Für wen ist NACE 15.2 im Vergaberecht relevant?

Öffentliche Auftraggeber

Das Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern (BMI) koordiniert Dienstschuhrahmenverträge für Bundespolizei und Bundesbehörden. Das BAAINBw beschafft militärische Stiefel und Spezialschuhwerk für die Bundeswehr. Landespolizeibehörden vergeben eigenständig oder koordiniert Dienstschuhverträge für Vollzugsbeamte. Kommunale Bauhöfe, Stadtwerke und kommunale Reinigungsbetriebe schreiben Sicherheitsschuhe aus. Berufsfeuerwehren und Freiwillige Feuerwehren beschaffen Schutzstiefel nach EN 15090. In Österreich koordiniert das Heereslogistikzentrum die Schuhbeschaffung für das Bundesheer; Polizeibeschaffungen erfolgen über das Innenministerium.

Unternehmen und Bieter

Schuhwarenhersteller und -händler im öffentlichen Markt müssen typischerweise erfüllen:

  • CE-Kennzeichnung als PSA: Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345 benötigen CE-Kennzeichnung der Kategorie II; Feuerwehrstiefel nach EN 15090
  • Technische Lieferbedingungen: Militärische Stiefel unterliegen BAAINBw-Technischen Lieferbedingungen; Polizeistiefel Länder-spezifischen Spezifikationen
  • Qualitätsprüfnachweise: Prüfberichte akkreditierter Prüflabore (DAkkS) für sicherheitsrelevante Eigenschaften
  • Ergonomie und Tragekomfort: Bei Dienstschuhen werden zunehmend ergonomische Gutachten als Zuschlagskriterien eingesetzt
  • Verfügbarkeit und Auslieferungslogistik: Rahmenverträge erfordern verschiedene Größen, Weiten und zuverlässige Nachlieferung

NACE 15.2 im Kontext: Abschnitt C und Abteilung 15

NACE 15.2 ergänzt NACE 15.1 zur vollständigen Leder- und Schuhwaren-Abteilung 15 — gemeinsam bilden sie die Beschaffungsgrundlage für die Fußausstattung und Lederausrüstung von Sicherheitsbehörden.


Häufige Fragen zu NACE 15.2 und öffentlichen Ausschreibungen

Wie werden Polizeistiefel ausgeschrieben — zentral oder dezentral?
Die Beschaffungsstruktur variiert zwischen Bundesländern. Einige Länder bündeln Schuhbeschaffungen über zentrale Beschaffungsstellen der Innenministerien; andere Länder lassen Polizeipräsidien eigenständig ausschreiben. Der Rahmenvertrag des BMI deckt Bundesbehörden ab.

Welche Norm gilt für Sicherheitsschuhe im öffentlichen Dienst?
Die maßgebliche Norm ist EN ISO 20345 (Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe) in den Klassen S1, S2 und S3. Für besondere Anwendungen gelten Zusatznormen: EN ISO 20347 (Berufsschuhe ohne Stahlkappe), EN 15090 (Feuerwehr), EN ISO 17249 (Kettensägen-Schnittschutz). Die Wahl der Schutzklasse richtet sich nach der Gefährdungsbeurteilung.

Können ausländische Schuhproduzenten an deutschen Behördenausschreibungen teilnehmen?
Ja, EU-weite Ausschreibungen stehen allen EU-Bietern offen. Bei militärischen Sonderanfertigungen können sicherheitspolitische Erwägungen den Bieterkreis faktisch einschränken, ohne dass formale Ausschlüsse möglich sind (Ausnahme: VSVgV-Verfahren für Verschlusssachen).

Wie lange laufen Rahmenverträge für Dienstschuhe?
Typischerweise 4 Jahre (gesetzliche Höchstlaufzeit nach § 21 VgV), teils mit optionaler Verlängerung um bis zu 12 Monate. Innerhalb der Vertragslaufzeit können Beamte ihren persönlichen Dienstschuh auf Staatskosten beschaffen (Zuteilungsintervalle je nach Behörde 1–3 Jahre).


Zuletzt aktualisiert: Januar 2026
Alle Angaben ohne Gewähr. Für rechtlich verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an eine auf Vergaberecht spezialisierte Kanzlei.

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