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NACE 10.4 – Herstellung von pflanzlichen und tierischen Ölen und Fetten | Öffentliche Ausschreibungen

NACE 10.4: Öle und Fette in öffentlichen Ausschreibungen. CPV-Codes, Auftraggeber und Ausschreibungen für Speiseöle, Margarine und industrielle Fette.

Definition: NACE 10.4 umfasst die Herstellung von rohen und raffinierten pflanzlichen Ölen und Fetten (z.B. Raps-, Sonnenblumen-, Olivenöl) sowie tierischen Fetten (z.B. Schmalz, Talg) und daraus gewonnenen Erzeugnissen wie Margarine, Backfetten und Speisefetten. Nicht eingeschlossen ist die Herstellung von Butter (NACE 10.5).

Rechtsstand: NACE Rev. 2 (Verordnung (EG) Nr. 1893/2006) · Zuletzt aktualisiert: April 2026


Was umfasst NACE 10.4?

NACE 10.4 (Herstellung von pflanzlichen und tierischen Ölen und Fetten) klassifiziert Betriebe, die Ölsaaten und fettreiche Früchte zu Speise- und Industriefetten verarbeiten — ein Segment mit Relevanz sowohl für die öffentliche Gemeinschaftsverpflegung als auch für industrielle Anwendungen.

Die Gruppe 10.4 der Abteilung 10 umfasst folgende Klassen:

KlasseBezeichnungTypische Produkte
10.41Herstellung von Ölen und Fetten (ohne Margarine)Rapsöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl, Palmöl, Schmalz, Talg
10.42Herstellung von Margarine und ähnlichen NahrungsfettenMargarine, Backfette, Pflanzenfett, Frittierfett

Öffentliche Auftraggeber sind primär Großküchen, Catering-Dienstleister für öffentliche Einrichtungen sowie industrielle Weiterverarbeiter, die ihrerseits an öffentliche Auftraggeber liefern.


Öffentliche Ausschreibungen: Speiseöle, Margarine und Fette

Speiseöle und Speisefette sind Grundbestandteile jeder Großküche und werden regelmäßig im Rahmen von Lebensmittelrahmenverträgen öffentlicher Einrichtungen ausgeschrieben.

Typische Auftragsarten

  • Speiseöle für Großküchen: Rahmenverträge für Rapsöl, Sonnenblumenöl und Olivenöl in Großgebinden (5-l- bis 25-l-Kanister) für Kantinen, Krankenhäuser und Schulen
  • Margarine und Backfette: Lieferung von Streichfetten und Backfetten für Backbetriebe öffentlicher Einrichtungen (z.B. Bäckereien in Pflegeheimen)
  • Frittierfette: Spezielles Hochtemperaturfett für Kantinen mit Frittieranlagen
  • Industrielle Fette für öffentliche Betriebe: Technische Fette und Schmiermittel für öffentliche Fuhrparks und Werkstätten (hier: technische Anwendung, CPV-Codes aus Bereich 24900000)
  • Biokraftstoffe aus pflanzlichen Ölen: Öffentliche Fuhrparks beschaffen Biodiesel (FAME) auf Raps- oder Sojabasis für Fahrzeugflotten

Schwellenwerte und Verfahrensarten

Lieferrahmenverträge für Öle und Fette werden je nach Jahresvolumen im Offenen Verfahren oder als Nationale Ausschreibung vergeben. Gemeinsame Beschaffungsstellen bündeln häufig den Bedarf mehrerer kommunaler Einrichtungen.


Relevante CPV-Codes für NACE 10.4

CPV-CodeBezeichnungAnwendungsbereich
15400000Tierische oder pflanzliche Öle und FetteOberkategorie Speisefette und -öle
15411000Tierische oder pflanzliche ÖleSpeiseöle allgemein
15411100PflanzenölRapsöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl
15411110OlivenölNatives Olivenöl extra, Olivenöl raffiniert
15412000FetteTierische und pflanzliche Fette
15412200Pflanzliche FetteKokos-, Palmkern-, Palmfett
15431000Margarine und ähnliche ErzeugnisseStreichmargarine, Backfette

Aktuelle Ausschreibungen finden Sie auf TED und nationalen Vergabeportalen.


Auftraggeber und Bieter

Öffentliche Auftraggeber

Betreiber öffentlicher Gemeinschaftsküchen — darunter Schulen, Universitätsmensen (Studentenwerke), kommunale Krankenhäuser und Pflegeheime — beschaffen Speiseöle und -fette typischerweise über Rahmenverträge mit Laufzeiten von ein bis vier Jahren. Die Bundeswehr und Bundespolizei beschaffen zentral über die Bundesbeschaffungs GmbH (Deutschland) bzw. die Bundesbeschaffung GmbH (Österreich). Kommunale Fuhrparks schreiben zunehmend Biodiesel und Biokraftstoffe aus.

Unternehmen und Bieter

Ölmühlen, Raffinerien und Fettproduzenten, die öffentliche Aufträge anstreben, benötigen:

  • Lebensmittelrechtliche Zulassung: Registrierung nach VO (EG) 852/2004 bzw. Zulassung nach VO (EG) 853/2004
  • Produktqualitätszertifikate: IFS Food, BRC oder ISO 22000 für Lebensmittelsicherheit
  • Spezifikationseinhaltung: Säurezahl, Peroxidzahl, Fettsäuremuster gemäß EU-Verordnungen
  • Nachhaltigkeitszertifikate: RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) für Palmöl-Produkte, ISCC für Biokraftstoffe
  • Lieferfähigkeit in Großgebinden: Tankwagen- oder Kanisterlieferung je nach Abnahmemenge

Häufige Fragen zu NACE 10.4 und öffentlichen Ausschreibungen

Welche Nachhaltigkeitsanforderungen stellen öffentliche Auftraggeber bei der Beschaffung von Speiseölen?
Für Palmöl verlangen viele öffentliche Auftraggeber RSPO-Zertifizierung (nachhaltige Palmölwirtschaft). Olivenöl wird häufig mit Herkunftsangaben (PDO/PGI) und Mindestqualitätsstufen (nativ extra) ausgeschrieben. Für Raps- und Sonnenblumenöl rücken regionale Herkunft und gentechnikfreie Produktion als Kriterien in den Vordergrund.

Können auch kleinere Ölmühlen und regionale Anbieter an Ausschreibungen teilnehmen?
Ja — insbesondere wenn öffentliche Auftraggeber regionale oder bio-zertifizierte Speiseöle gesondert ausschreiben (z.B. Schulkantinen mit Bio-Anteilsvorgabe). Bietergemeinschaften regionaler Anbieter sind möglich; häufig übernehmen Großhändler die Bündelung regionaler Produkte für öffentliche Ausschreibungen.


NACE 10.4 im Kontext: Abschnitt C und Abteilung 10


Zuletzt aktualisiert: April 2026
Alle Angaben ohne Gewähr. Für rechtlich verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an eine auf Vergaberecht spezialisierte Kanzlei.

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