CPV 633 – Hafendienstleistungen
CPV 633 umfasst Ausschreibungen für Hafen- und Wasserwegdienstleistungen: Lotsen, Schleppen, Umschlag, Be- und Entladen sowie Hafenverwaltung. Finden Sie passende Aufträge mit Bond.
Was umfasst die CPV-Gruppe 633?
Der CPV-Code 633 (vollständig: 63300000-2) steht für Hafen- und Wasserwegdienstleistungen im europäischen Klassifikationssystem für öffentliche Aufträge (Common Procurement Vocabulary). Er umfasst alle unterstützenden Dienstleistungen im Hafenbetrieb und auf Wasserstraßen, die von öffentlichen Auftraggebern ausgeschrieben werden – von Lotsen- und Schleppdiensten über Frachtumschlag und Be- und Entladeoperationen bis hin zu Hafenverwaltungsdienstleistungen und Unterhaltung von Wasserstraßen.
Deutsche Häfen – insbesondere die großen Seehäfen Hamburg, Bremen/Bremerhaven und Rostock, aber auch Binnenhäfen und Flussumschlagplätze – werden häufig von öffentlichen Körperschaften, Hafenbehörden oder öffentlich-rechtlichen Unternehmen betrieben. Dienstleistungen wie Lotsenbegleitung, Hafenschlepper, Hafenwacht und Umschlagslogistik werden im öffentlichen Wettbewerb vergeben. Auch Bundes- und Wasserstraßenbehörden schreiben Dienstleistungen für die Unterhaltung von Wasserstraßen und Hafenanlagen aus.
Innerhalb der CPV-Hierarchie gehört Code 633 zur Abteilung 63 (Unterstützende und Hilfsverkehrsdienstleistungen). Untergruppen umfassen Lotsendienste (63310000), Schleppdienste (63320000), Frachtumschlag (63330000) und Hafenverwaltung (63340000). Ausschreibungen erscheinen auf nationalen Portalen und EU-weit auf TED. Das SIMAP-Portal der Europäischen Kommission bietet die vollständige CPV-Übersicht.
Typische Leistungen in CPV 633
| Leistungsbereich | Beschreibung |
|---|---|
| Lotsendienste | Hafeneinfahrt, Revierlotserei, Seelotsen |
| Schleppdienste | Hafenschlepper, Assistenzschlepper, Bergungsschlepper |
| Frachtumschlag | Containerumschlag, Stückgut, Massengut |
| Be- und Entladedienste | Kranoperationen, Gabelstaplerbetrieb, Stauerei |
| Hafenverwaltung | Liegeplatzmanagement, Hafenordnung, Sicherheitsdienste |
| Wasserstraßenunterhaltung | Fahrwasserpflege, Baggerarbeiten, Tonnenauslegen |
| Eisbrechen | Freihaltung von Fahrwassern im Winter |
Beispiele für Ausschreibungen mit CPV 633
- Lotsendienste für Bundeswasserstraße: Eine Wasserstraßen- und Schifffahrtsbehörde des Bundes schreibt Lotsendienste auf einem stark befahrenen Flussabschnitt für fünf Jahre aus – mit Anforderungen an Verfügbarkeit rund um die Uhr, Ausbildungsnachweise der Lotsen und Response-Zeiten. Solche Vergaben sind auf TED (Tenders Electronic Daily) abrufbar.
- Frachtumschlag und Lagerhaltung im kommunalen Hafen: Ein kommunaler Hafen vergibt den Betrieb des Frachtumschlags – Containerhandling, Lagerflächen und Kranoperationen – über einen langfristigen Konzessionsvertrag. Derartige Vergaben erscheinen auf DTVP und auf den Portalen der jeweiligen Bundesländer.
- Hafenwacht und Sicherheitsdienste für Bundesbehördenhafen: Eine Bundesbehörde mit eigenem Anlegesteg schreibt Hafenwacht-, Sicherheits- und Zutrittskontrolldienstleistungen für ihren Behördenhafen aus – inklusive 24/7-Besetzung, Videoüberwachung und Protokollführung.
Für wen ist CPV 633 relevant?
Öffentliche Auftraggeber
Ausschreibungen unter CPV 633 werden von Hafenbehörden und kommunalen Hafengesellschaften, Wasser- und Schifffahrtsämtern des Bundes (jetzt: Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter), Küstenschutzbehörden sowie Bundesbehörden mit Hafeninfrastruktur veröffentlicht. Für Sektorenauftraggeber im Bereich Häfen gelten besondere Vergaberegeln (SektVO). Informationen zu Vergabepflichten und zur Abgrenzung Dienstleistungsauftrag vs. Konzession bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).
Unternehmen und Bieter
Auf der Bieterseite sind Hafendienstleister und maritime Servicefirmen gefragt – von spezialisierten Schleppunternehmen und Lotsenzünften über Terminaloperatoren und Umschlagsunternehmen bis hin zu Hafenwacht- und Sicherheitsdiensten. Auch Unternehmen für Eisbrechen, Fahrwasserpflege und Baggerarbeiten finden unter CPV 633 relevante Ausschreibungen. Für mittelständische Hafendienstleister sind öffentliche Rahmenverträge attraktiv, weil sie regelmäßige Auslastung und planbare Umsätze sichern.
Wie hilft Bond bei CPV 633?
Tender Match – Ausschreibungen automatisch finden
Mit tender.match erhalten Hafendienstleister und maritime Servicefirmen automatisch alle relevanten Ausschreibungen mit CPV 633 direkt in ihr Dashboard. BOND indexiert Ausschreibungen aus über 1.000 Vergabeportalen in der EU – von TED über nationale Plattformen bis hin zu regionalen Vergabestellen. Statt täglich dutzende Portale manuell zu durchsuchen, werden passende Hafendienstleistungsausschreibungen nach Branche, Kompetenz, Region und Unternehmensprofil gefiltert und zugestellt. Eine automatisierte Gap-Analyse zeigt sofort, wo das Unternehmen die Anforderungen erfüllt und wo Lücken bestehen. So verpassen Unternehmen keine Frist mehr und können sich auf die Angebotserstellung konzentrieren.
Company Match – Die richtigen Unternehmen finden
Für Unternehmen, die für Hafenprojekte Zulieferer, Unterauftragnehmer oder Konsortialpartner suchen, bietet company.match einen direkten Zugang zu qualifizierten Firmen aus einer EU-weiten Datenbank mit über 28 Mio. Unternehmen. Besonders bei größeren Hafendienstleistungsausschreibungen, die ein einzelnes Unternehmen alleine nicht stemmen kann, identifiziert company.match automatisch passende Partner für Bietergemeinschaften und Teilleistungen – und erhöht so die Chancen auf den Zuschlag.
Häufige Fragen zu CPV 633
Welches Vergaberecht gilt für Hafendienstleistungen?
Hafen- und Wasserwegdienstleister gelten in vielen Fällen als Sektorenauftraggeber im Sinne der Richtlinie 2014/25/EU (Sektorenrichtlinie). Für diese gilt die deutsche Sektorenverordnung (SektVO) mit einem erhöhten Schwellenwert von 443.000 Euro für Dienstleistungsaufträge. Rein öffentliche Auftraggeber (z. B. Bundesbehörden) unterliegen der allgemeinen VgV. Die Sektorenrichtlinie ist auf EUR-Lex verfügbar, die VgV auf gesetze-im-internet.de.
Wie werden Hafenkonzessionen von regulären Dienstleistungsaufträgen abgegrenzt?
Eine Hafenkonzession liegt vor, wenn der Auftragnehmer das wirtschaftliche Betriebsrisiko trägt – d. h. wenn sein Entgelt im Wesentlichen von der Nutzung der Hafenanlagen durch Dritte abhängt. Ein regulärer Dienstleistungsauftrag liegt vor, wenn der Auftraggeber ein festes Entgelt zahlt. Konzessionen unterliegen der Konzessionsrichtlinie (2014/23/EU), die auf EUR-Lex abrufbar ist. Die Abgrenzung ist vergaberechtlich relevant und wird von Vergabekammern regelmäßig geprüft.
Welche Qualifikationen müssen maritime Dienstleister bei öffentlichen Ausschreibungen nachweisen?
Je nach Leistungsgegenstand verlangen öffentliche Auftraggeber bei Ausschreibungen unter CPV 633 Nachweise über Befähigungszeugnisse (Lotsenpatente, nautische Patente), Schiffsuntersuchungszeugnisse, Klassifikationszertifikate, Versicherungsnachweise sowie Referenzen über vergleichbare Aufträge. Für Umschlagsleistungen sind zusätzlich Nachweise über Kran- und Stauereizertifizierungen relevant. Aktuelle Anforderungen lassen sich aus veröffentlichten Vergabeunterlagen auf TED entnehmen.
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