CPV 357 – Militärische elektronische Systeme
CPV 357 umfasst militärische elektronische Systeme wie Radarsysteme, Führungsinformationssysteme, Kommunikation, elektronische Kriegsführung und Aufklärungselektronik.
Was umfasst die CPV-Gruppe 357?
Die CPV-Gruppe 357 umfasst militärische Elektronik und elektronische Kampfmittel. Dazu zählen Radarsysteme (Bodenradar, Luftraumüberwachungsradar, Feuerleitradare), Führungsinformationssysteme (C4ISR-Systeme), militärische Kommunikationssysteme (Verschlüsselungstechnik, taktische Funkgeräte), Systeme zur elektronischen Aufklärung und elektronischen Kampfführung sowie Führungs- und Waffenleitsysteme. Auch militärische Cyber-Capabilities und signalintelligente Systeme (SIGINT) fallen in diesen Bereich.
In Deutschland beschafft das BAAINBw militärische Elektroniksysteme für alle Teilstreitkräfte. Da diese Systeme häufig das Herzstück militärischer Kapazitäten bilden, sind die Anforderungen an Geheimhaltung, Interoperabilität (NATO-Standards) und Cyber-Resilienz besonders hoch. Viele Systeme sind Teil größerer Plattformsysteme (Fahrzeuge, Schiffe, Flugzeuge) und werden in enger Koordination mit den jeweiligen Primärauftragnehmern beschafft. Die vollständige CPV-Struktur ist im offiziellen CPV-Verzeichnis auf SIMAP einsehbar.
Verteidigungselektronik unterliegt strengen Exportkontrollvorschriften und Geheimhaltungsanforderungen. Auftragnehmer müssen nicht nur technische Exzellenz nachweisen, sondern auch institutionelle Sicherheitsüberprüfungen (Facility Security Clearance) vorweisen. Technologieführerschaft, kontinuierliche Modernisierungsfähigkeit und langfristige Supportverpflichtungen sind zentrale Beschaffungskriterien. Rechtsgrundlagen sind auf EUR-Lex einsehbar.
Typische Leistungen in CPV 357
- Radar- und Sensorysteme (Luft-, See-, Bodenradar)
- Militärische Kommunikationssysteme und Verschlüsselungstechnik
- Führungsinformationssysteme (C2, C4ISR)
- Systeme zur elektronischen Kampfführung (EW)
- Aufklärungs- und Überwachungselektronik (ISR)
- Militärische Cyber-Systeme und Informationssicherheit
- Zielsysteme und Waffenleitelektronik
Beispiele für Ausschreibungen mit CPV 357
- Beschaffung eines bodengebundenen Luftverteidigungsradars: Lieferung und Integration von 6 mobilen Luftraumüberwachungsradaren mit Datenverbund zur Führungsebene und NATO-Kompatibilität für Luftverteidigungsverbände – veröffentlicht auf TED (Tenders Electronic Daily).
- Modernisierung des Führungsinformationssystems eines Heeresverbands: Upgrade des taktischen C2-Systems auf die aktuelle Softwaregeneration, inklusive Schnittstellenanpassung zu NATO-Allianzpartnern und Schulung von 500 Operatoren – ausgeschrieben auf DTVP.
- Beschaffung verschlüsselter Satellitenkommunikation: Lieferung von 200 Bodenterminals für gesicherte Satellitenkommunikation (SATCOM) für Einsatzverbände, inklusive Kryptosystem und Wartungsvertrag – veröffentlicht auf TED.
Für wen ist CPV 357 relevant?
Öffentliche Auftraggeber
Bundeswehr (BAAINBw), Nachrichtendienste und Sicherheitsbehörden beschaffen militärische Elektronik. Die Anforderungen sind hoch spezialisiert, Verfahren oft vertraulich. Interoperabilität im NATO-Rahmen ist ein Pflichtkriterium. Vergaberechtliche Grundlagen bietet das BMWK.
Unternehmen und Bieter
Verteidigungselektronikunternehmen (Hensoldt, Rohde & Schwarz, Thales, Leonardo) als Primärauftragnehmer und spezialisierte Technologieunternehmen als Unterauftragnehmer. Sicherheitsüberprüfungen, geheimhaltungsrelevante Infrastruktur und nachgewiesene Erfahrung mit Militärprojekten sind Eignungsvoraussetzungen.
Wie hilft Bond bei CPV 357?
Tender Match
Mit tender.match erhalten Verteidigungselektronikunternehmen automatisch alle relevanten Ausschreibungen mit CPV 357 direkt in ihr Dashboard. BOND indexiert Ausschreibungen aus über 1.000 Vergabeportalen in der EU – von TED über nationale Plattformen bis hin zu regionalen Vergabestellen. Statt täglich dutzende Portale manuell zu durchsuchen, werden passende Militärelektronikausschreibungen nach Branche, Kompetenz, Region und Unternehmensprofil gefiltert und zugestellt. Eine automatisierte Gap-Analyse zeigt sofort, wo das Unternehmen die Anforderungen erfüllt und wo Lücken bestehen. So verpassen Unternehmen keine Frist mehr und können sich auf die Angebotserstellung konzentrieren.
Company Match
Für Unternehmen, die für militärische Elektronikprojekte Zulieferer, Unterauftragnehmer oder Konsortialpartner suchen, bietet company.match einen direkten Zugang zu qualifizierten Firmen aus einer EU-weiten Datenbank mit über 28 Mio. Unternehmen. Besonders bei größeren Elektronikrüstungsaufträgen, die ein einzelnes Unternehmen alleine nicht stemmen kann, identifiziert company.match automatisch passende Partner für Bietergemeinschaften und Teilleistungen – und erhöht so die Chancen auf den Zuschlag.
Häufige Fragen zu CPV 357
Welche Geheimhaltungsanforderungen gelten für Auftragnehmer in diesem Bereich? Auftragnehmer müssen eine Facility Security Clearance (Sicherheitsbescheinigung für Unternehmen) vorweisen, die vom Bundesamt für Verfassungsschutz ausgestellt wird. Schlüsselpersonal benötigt persönliche Sicherheitsüberprüfungen. Geheimschutzbedürftiges Material muss in gesicherten Bereichen bearbeitet werden. Die rechtliche Grundlage bildet das SÜG in Verbindung mit der VSVgV.
Wie werden Cyber-Sicherheitsanforderungen in Ausschreibungen für Militärelektronik berücksichtigt? Cyber-Sicherheitsanforderungen werden zunehmend als Mindestanforderungen in Leistungsbeschreibungen verankert. Relevante Standards sind NATO STANAG 4754 (Military Security Standard), Common Criteria-Zertifizierungen und BSI-Grundschutz. Auftragnehmer müssen Konzepte zur Cyber-Resilienz und zu Lieferkettensicherheit vorlegen. Details finden sich auf EUR-Lex.
Wie lange dauern Softwarewartungsverträge für militärische IT-Systeme? Wartungs- und Weiterentwicklungsverträge für militärische Führungssysteme laufen typischerweise 5–10 Jahre und können verlängert werden. Sie beinhalten oft Softwareupdates, Sicherheits-Patches, Hotline-Support und Trainingsleistungen. Die Vergabe erfolgt nach VgV oder VSVgV je nach Klassifizierung.
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