CPV-Code

CPV 243 – Anorganische und organische Grundchemikalien

CPV 243 umfasst anorganische Säuren, Laugen, Salze und organische Grundchemikalien für Kläranlagen, Wasserwerke und Labore öffentlicher Einrichtungen.

Was umfasst die CPV-Gruppe 243?

Die CPV-Gruppe 243 (24300000) klassifiziert öffentliche Aufträge für anorganische und organische Grundchemikalien. Hierunter fallen anorganische Säuren wie Schwefelsäure, Salzsäure und Salpetersäure, Laugen wie Natronlauge und Kalkmilch, Salze und Salzlösungen, organische Lösemittel, Alkohole, Aldehyde und Ketone sowie weitere chemische Grundstoffe, die in industriellen und kommunalen Prozessen eingesetzt werden.

Kommunale Kläranlagen und Wasserwerke sind die volumenmäßig bedeutendsten öffentlichen Abnehmer in diesem Segment. Kläranlagen verwenden große Mengen Natriumhypochlorit für die Desinfektion, Eisensulfat oder Aluminiumsulfat als Flockungs- und Fällungsmittel sowie Natronlauge zur pH-Korrektur. Wasserwerke setzen Chlordioxid, Ozon-Vorläuferchemikalien und Ionenaustauscher-Regenerationsmittel ein.

Forschungseinrichtungen, Hochschullabore und staatliche Prüfanstalten beschaffen anorganische und organische Grundchemikalien für analytische und synthetische Verfahren. Auch Reinigungsflotten öffentlicher Einrichtungen und Krankenhäuser verwenden bestimmte Grundchemikalien als Wirkstoffe in Reinigungsmitteln.

Details zur CPV-Systematik bieten das SIMAP-Portal und die CPV-Verordnung auf EUR-Lex.

Typische Leistungen in CPV 243

  • Natriumhypochlorit und Chlordioxid für Wasserdesinfektion
  • Natronlauge und Salzsäure für pH-Korrektur in Kläranlagen
  • Flockungs- und Fällungsmittel für Abwasserbehandlung
  • Lösemittel und analytische Chemikalien für Labore
  • Kalkmilch und Branntkalk für Bodenbehandlung und Neutralisation
  • Industrielle Salze und Salzlösungen

Beispiele für Ausschreibungen mit CPV 243

  • Flockungsmittel für eine kommunale Kläranlage: Ein kommunaler Abwasserentsorgungsverband schreibt die Jahreslieferung von Eisen(III)-chlorid-Lösung und Aluminiumchlorohydrat als Fällungsmittel für seine Kläranlage mit einem Jahresvolumen von 800 Tonnen aus – veröffentlicht auf TED.
  • Laborreagenzien für ein staatliches Analyseinstitut: Ein staatliches Umweltuntersuchungsamt beschafft anorganische und organische Referenzchemikalien, Standardlösungen und Reagenzien für seine akkreditierten Laboranalysen – ausgeschrieben auf DTVP.
  • Neutralisationschemikalien für ein industrielles Klärbecken: Ein kommunales Unternehmen mit Produktionsbetrieb beschafft Kalkmilch, Natronlauge und Schwefelsäure für die Neutralisationsanlage seines Betriebsabwassers.

Für wen ist CPV 243 relevant?

Öffentliche Auftraggeber

Abwasserbetriebe, kommunale Kläranlagen, Wasserversorgungsunternehmen, Forschungseinrichtungen und staatliche Labore sowie öffentliche Betriebe mit chemischen Prozessen sind typische Auftraggeber. Aufgrund der großen Mengen und der Gefahrstoffeigenschaft vieler dieser Chemikalien gelten strenge Sicherheits- und Umweltanforderungen.

Unternehmen und Bieter

Chemiehandelsunternehmen, Spezialchemikalienproduzenten und -händler sowie Laborbedarf-Fachgroßhändler sind typische Bieter. Transport und Lagerung von Gefahrstoffen nach ADR/RID erfordern besondere Qualifikationen und Ausstattungen, die als Eignungskriterien gefordert werden können.

Vergaberechtliche Rahmenbedingungen bietet das BMWK.

Wie hilft Bond bei CPV 243?

Tender Match – Ausschreibungen automatisch finden (CPV 243)

Mit tender.match erhalten Chemikalienlieferanten, Laborbedarfshändler und Prozesschemikalienproduzenten automatisch alle relevanten Ausschreibungen mit CPV 243 direkt in ihr Dashboard. BOND indexiert Ausschreibungen aus über 1.000 Vergabeportalen in der EU – von TED über nationale Plattformen bis hin zu regionalen Vergabestellen. Statt täglich dutzende Portale manuell zu durchsuchen, werden passende Grundchemikalienlieferaufträge nach Branche, Kompetenz, Region und Unternehmensprofil gefiltert und zugestellt. Eine automatisierte Gap-Analyse zeigt sofort, wo das Unternehmen die Anforderungen erfüllt und wo Lücken bestehen. So verpassen Unternehmen keine Frist mehr und können sich auf die Angebotserstellung konzentrieren.

Company Match – Die richtigen Partner finden (CPV 243)

Für Unternehmen, die für Chemikalienprojekte Zulieferer, Unterauftragnehmer oder Konsortialpartner suchen, bietet company.match einen direkten Zugang zu qualifizierten Firmen aus einer EU-weiten Datenbank mit über 28 Mio. Unternehmen. Besonders bei größeren Chemikalienlieferaufträgen, die ein einzelnes Unternehmen alleine nicht stemmen kann, identifiziert company.match automatisch passende Partner für Bietergemeinschaften und Teilleistungen – und erhöht so die Chancen auf den Zuschlag.

Häufige Fragen zu CPV 243

Welche Transportvorschriften gelten für Gefahrstoffe nach CPV 243? Viele Chemikalien in dieser Gruppe sind Gefahrgüter im Sinne des ADR (Straßentransport) und RID (Schienentransport). Lieferanten müssen entsprechende Gefahrguttransportgenehmigungen vorweisen. Auftraggeber sollten diese Anforderungen als Eignungskriterien in der Ausschreibung verankern. Die VgV ermöglicht solche fachspezifischen Anforderungen.

Wie werden Chemikalienlieferverträge für Kläranlagen strukturiert? Typisch sind Jahres- oder Mehrjahresrahmenverträge mit Mindest- und Höchstmengenangaben, die flexiblen Abruf entsprechend Betriebsbedarf ermöglichen. Preisgleitklauseln für rohstoffkostenbedingte Preisänderungen sind in diesem Markt üblich. Aktuelle Beispielausschreibungen finden sich auf TED.

Können REACH-Anforderungen Vergabeverfahren beeinflussen? Ja, nach REACH müssen Hersteller und Importeure Chemikalien registrieren und Sicherheitsdatenblätter bereitstellen. Auftraggeber können die Vorlage vollständiger REACH-konformer Sicherheitsdatenblätter als Eignungs- oder Zuschlagskriterium verlangen. Für Unterschwellenvergaben gilt die UVgO.

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